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Designer für Lebenskultur

EODM im Dachstock.

21. June 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen Noch keine Kommentare →

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Als die Eagles of Death Metal, angeführt von Jesse «Boots Electric» Hughes, spät am Freitag Abend in der Reithalle die Bühne enterten, wurde schnell klar, dass diese Jungs keine schlechten Neuigkeiten für das schnauzbärtige Berner Publikum hatten, sondern jede Menge gute Laune, sexy Posen und Peace, Love & Death Metal.

Schon beim Opener «I Only Want You» hatte Frontsau Jesse sein Publikum fest im Griff und sorgte mit einer Mischung aus Ausdruckstanz und Sonnenbrillen-Posing dafür, dass sich die T-Shirts im proppenvollen und heissen Dachstock rasch mit Schweiß vollsogen.

Den coolsten Schnauzer trug natürlich Jesse selbst, und mit diesem führte er seine Mitmusiker – leider ohne Josh Homme, dafür mit QOTSA-Schlagzeuger Joey Castillo – durch eine Setlist, die Songs vom letzten Album «Heart on» (Secret Plans, Wannabe In L.A. etc.) aber auch viele ältere Stücke (Cherry Cola, So Easy etc.) enthielt. Gut gelaunt tigerte er über die Bühne, machte seine Späße mit der Menge und posierte mit einer Collage, die er von einem Fan geschenkt bekam. Das beeindruckte – ebenso wie die tight gespielte Version von «I Want You So Hard (Boy’s Bad News)», nach der die Musiker das erste Mal die Bühne verließen.

Doch die Besucher lockten den Frontmann rasch zurück auf die Bühne. Der Rest der Band musste noch zuwarten, während Jesse eine Soloversion des Stones-Klassikers «Brown Sugar» zum Besten gab. Weil das simple, aber eben ungemein knackige Schlagzeugspiel und der Rumpel-Bass fehlten, forderte das Publikum auch die Band zurück auf die Bretter, um zum finalen «Speaking In Tongues» kollektiv Beine, Arme, Hintern und Hüften in Exstase zu wiegen.

So konnte ich erschöpft, aber glücklich nach Hause gehen mit der Gewissheit, das bekommen zu haben, was ich wollte: knapp 2 Stunden voller sinnentleertem, geilem Rock-Scheiß.

AC/DC im Hallenstadion.

07. April 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen Noch keine Kommentare →

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Nachdem ich in letzter Minute doch noch zu einem Ticket gekommen bin (und das erst noch zum Normalpreis – nochmals einen herzlichen Dank an die edlen Spender, you know who you are), gab es kein Halten mehr.

AC/DC boten eine Höllenshow mit allen grossen Hits, die (eigentlich) keine Wünsche offen liess. Und dennoch, irgendwie konnte ich mich nicht mehr so restlos dafür begeistern. Lag es daran, dass die Jungs sichtlich gealtert sind und nicht mehr die gleiche Power rüberbrachten wie auf der Razor’s Edge-Tour, als ich sie zuletzt gesehen habe (ist ja immerhin auch schon fast 20 Jahre her)? Oder bin ich zu alt dafür? Oder war es einzig, weil ich mich mit einem Sitzplatz begnügen musste und mein Füsschen den Rhythmus nie so richtig fand? Hmmm…

Bonaparte im Dachstock.

23. March 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen Noch keine Kommentare →

bonaparte

Am Mittwoch, 25. März spielt die Berliner Zirkusband Bonaparte im Dachstock der Reitschule. Schweiss wird von den Wänden tropfen, Menschen mit Dreispitz-Papierhüten «Anti Anti!» rufen, Mädchen sich beim Stagediving blaue Flecken zuziehen, Tänzerinnen den burlesquen Beinaufschlag üben, eine maskierte, halbnackte Band mit teuflischer Dringlichkeit spielen, alles unter Strom stehen, die Revolution ausbrechen. Kurz: «Do you want to party with the Bonaparte?»

Ende 2006 in Barcelona als Idee geboren und in Berlin grossgezogen, entwickelte sich die Hedonistentruppe um den Schweizer Vagabunden Tobias Jundt (alias Signorino TJ) zu einem der angesagtesten Geheimtipps des Berliner Underground, spielte von Neuseeland bis zum altehrwürdigen Montreux Jazz Festival, von der illegalen Party unterm Alexanderplatz bis zur Afterhour am Technorave oder auch mal für Quentin Tarantino persönlich. Bonaparte erobert und bricht nach alter Manier Herzen und Hüften – dank energetischem Elektropunk mit einer ordentlichen Prise Verrücktheit.

 

Lauwarmes Gurtenfestival 2009.

18. March 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen 1 Kommentar →

Nachdem die Ankündigung der ersten Headliner des Gurtenfestivals noch für Begeisterung sorgte, kehrt mit der Präsentation des (fast) kompletten diesjährigen Programms wieder Ernüchterung ein: Die Gallaghers können von mir aus ruhig in England weiter pöbeln. Patent Ochsner zum zweihundersten Male? Wie originell… ausserdem sind sie, wie übrigens auch Soulman Seven, in der kommenden Woche schon im Bierhübeli zu hören. Die Lovebugs kann man nach ihrem Eurovision-Song-Contest-Abenteuer eh nicht mehr ernst nehmen und Tricky ist ebenfalls ein mehrfacher Wiederholungstäter, auf den wohl niemand gewartet hat.

Immerhin, Röyksopp kehren nach ihrem unvergessenen Auftritt auf der Zeltbühne im Jahr 2003 auf den Gurten zurück, und mit den vom 80er New Wave beeinflussten White Lies und den irischen The Script konnten vielleicht zwei künftige Rockgötter verpflichtet werden. Und Phenomden, der Mundart-Reggae-Sänger aus Züri, wird zusammen mit seiner Live-Band The Scrucialists bestimmt die Sonne aufgehen lassen.

Aber wo bleiben die wirklich heissen Acts wie z.B. The Ting Things oder The Whip (beide auf deutschen Festivals zu bewundern), die kunterbunte Berliner Zirkusband Bonaparte (mit dem Schweizer Tobias Jundt alias Signorino TJ), die australischen Empire Of The Sun mit dem kommenden Sommerhit «Walking on a dream», die dänischen Discorocker WhoMadeWho, deren neues Album «The Plot» am Freitag erscheint, die Neuseeländerin Ladyhawke mit dem Heuler «Paris is burning», das englische Synthiepop-Duo La Roux oder die Berner Indierocker Monorev?

Verpassen Philippe Cornu und «sein» Festival jetzt endgültig den Anschluss? Und was soll meine Wenigkeit da tun? Den Boykott verlängern oder wenigstens am Donnerstag (spät) und am Sonntag abends auf den Berg pilgern? Hmmmm…

 

Genuine fist-pumping, sweat soaked Rock & Roll!

08. December 2008 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen Noch keine Kommentare →

Airbourne live in concert!

G’day Rockers, AC/DC zieht euch warm an, hier kommt die Wachablösung! Airbourne, die Hardrock-Sensation der letzten Jahre schlechthin, haben am Sonntag Abend das Zürcher Rohstofflager niedergerockt. Booah! Bei hochsommerlichen Temperaturen von mind. 30° reichten schon wenige Takte des fulminanten Openers «Stand up for Rock’n'Roll» aus, um selbst den lahmsten Typen in ein wild tanzendes und grölendes Monster zu verwandeln.

Airbourne verfügen über einen ähnlich hohen Arschtritt-Faktor wie früher AC/DC, Rose Tattoo oder Motörhead, klingen aber intensiver und roher. Fussstampfer-Riffs, kernige Hooks und das furiose Kreischen von Frontmann Joel O’Keeffe atmen zu jeder Sekunde AC/DC-Flair, ohne dass diese vier australischen Jungspunde jemals zu offensichtlich bei ihren großen Vorbildern abkupfern. Ein ruppiger Gossenrock-Hit reiht sich an den nächsten, die Ohrwürmer geben sich breit grinsend die Klinke in die Hand, und obwohl «Runnin’ Wild» erst das zweite Airbourne-Album ist, schnoddert sich das Quartett mit einer selbstbewussten Souveränität durch seine Setlist, die selbst Angus & Co. Respekt abverlangen dürfte. Mich würde es ehrlich erstaunen, wenn AC/DC mit ihrem eher lauen neuen Album diese Show am 29. März 2009 im Hallenstadion noch übertrumpfen könnten.

Wer sich die Wartezeit bis dahin versüssen will, dem seien folgende CDs mit ähnlich komponierten Genüssen ans Herz gelegt:

  • Bullet: Bite the bullet (2008)
  • The Casanovas: All night long (2006)
  • Jet: Get born (2003)
  • New Amercian Shame: Dito (1999)
  • The Poor: Who cares (1994)
  • Rhino Bucket: Get used to it (1992)
  • Johnny Crash: Neighbourhood threat (1990)

Willkommen auf Sansibar.

01. November 2008 Von: Sandro Kategorie: Essen, Feiern, Hören, Lesen, Reisen, Sehen, Trinken, Wandern, Wohlfühlen, Wohnen 2 Kommentare →

sansibar sind online! Sansibar ist eine Insel, ja. Und zwar eine wunderschöne, ruhige, (noch) nicht zu touristische, multikulturelle und paradiesische. Sansibar ist aber noch viel mehr. Es ist die Kombination von zwei Menschen, die sich selbst diesen Namen gegeben haben, da sie vieles mögen und ausleben, was beim Träumen auf Sansibar in den Herzen entsteht. Sansibar steht für die Wahrnehmung mit allen Sinnen. Und dies gehört zu unserem Lebensstil.

So ist auch www.sansibar-stil.ch aufgebaut. Ab sofort werden wir hier eure Sinne anregen mit Kommentaren zu aktueller Musik, Film und Literatur, euch Tipps für Restaurantbesuche, Reisen oder Entspannung abgeben und die neuesten Episoden aus dem Leben von Sansibar erzählen und illustrieren. Es freut uns, wenn sansibar zum Träumen anregt.