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Designer für Lebenskultur

Filme für Hartgesottene III.

14. December 2009 Von: Sandro Kategorie: Sehen Noch keine Kommentare →

Was gibt es Schöneres in diesen kalten Tagen, als es sich schön kuschelig und gemütlich vor der Flimmerkiste zu machen und wieder einmal einen guten Film reinzuziehen? «Passend» dazu hier ein paar Vorschläge:

«The midnight meat train».
Der Fotograf Leon Kaufman ist besessen von der Idee, das wahre Leben der Millionenstadt New York abzubilden. Bei seiner Suche nach dem perfekten Motiv stösst er auf die blutige Spur eines unaufhaltbaren Serienmörders, der nächtliche U-Bahnfahrgäste stumm und gnadenlos abschlachtet, als wären sie Vieh. Für wen – oder was – bereitet er seine hilflosen Opfer zu? Auf Leon strahlt der bestialische Killer eine seltsame Faszination aus, die ihn immer tiefer in die endlosen Tunnel der New Yorker U-Bahn lockt – und schliesslich in einen Abgrund, in dem etwas Teuflisches auf ihn lauert…

Wirklich toller, z.T. ziemlich blutiger Horrorfilm mit einer originellen Handlung, cooler Bildsprache und einem kleinen Staraufgebot an Schauspielern (Vinne Jones, Bradley Cooper, Brooke Shields etc.), nach einer Kurzgeschichte von Altmeister Clive Barker («Hellraiser»).

«Martyrs».
Ein zehnjähriges Mädchen entweicht aus einem Kellerverlies nach Jahren der Gefangenschaft, Entwürdigung und Folter. Unfähig oder -willig, Sachdienliches zur Ermittlung ihrer Peiniger beizutragen, wächst sie in einem Waisenhaus heran und öffnet sich allein einer Zimmerkameradin. 15 Jahre nach ihrer Befreiung sucht sie als junge Frau nach Rache und Antworten und stattet einer scheinbar normalen vierköpfigen Vorstadtfamilie einen Besuch mit der Schrotflinte ab.

Eindrücklicher französischer Film, wohl das verstörendste Stück Filmgeschichte, das ich je gesehen habe. Gelungene Mischung aus Jugenddrama und Psychothriller, gewürzt mit ein paar Horrorelementen. Aber nichts für Splatterfans, und schon gar nichts für schwache Nerven!

«Let the right one in».
Der zwölfjährige Oskar lebt in einer grauen Betonsiedlung Kopenhagens. Der schmale Junge wird von Mitschülern ständig drangsaliert, wehrt sich aber nicht. Da trifft er nach Sonnenuntergang auf dem Spielplatz die gleichaltrige Eli. Langsam freundet er sich mit dem seltsamen Mädchen an und entdeckt, dass sie ein Vampir ist. Sie lehrt ihn, sich zu verteidigen, zurückzuschlagen. Bald herrschen im Viertel Angst und Schrecken…

Vampire einmal anders (nix da mit Twilight-Romantik!): schön wie Bluttropfen im Schnee und grausam, wie es nur Kinder sein können. Ein Muss für jeden Cineasten!

«Eden lake».
Die jungen Eheleute Jenny und Steve fahren mit dem Geländewagen hinaus ins Grüne, um beim Camping am See die Seele baumeln zu lassen. Nebenan feiert die örtliche Jugendclique aus dem Dorf und will sich nicht vorschreiben lassen, wie laut sie den Ghettoblaster aufdreht. Es kommt zu Wortgefechten, Pöbeleien, ein Reifen wird zerstochen. Steve fühlt sich persönlich herausgefordert, stellt den Übeltätern nach, und lässt die Situation vollends eskalieren. Jetzt müssen er und Jenny ums nackte Überleben kämpfen.

Erstaunlich fieser und harter englischer Thriller. So vehement düster und abgebrüht hat ein Film selten aktuelle soziale Missstände in eine Geschichte verpackt.

«Drag me to hell».
Die Bankangestellte Christine Brown ist eine gute Seele, was sich als nachteilig erweist, wenn es um die kritische Vergabe von Krediten geht. Zumindest wird sie von ihrem Chef Mr. Jacks gedrängt, härter mit den Kunden umzugehen. Weshalb Christine entgegen ihrer eigentlichen Überzeugung einer alten Zigeunerin trotz ihres Flehens und Bettelns ein Darlehen verweigert. Die Zigeunerin reagiert mit Hass und schwört Christine, in drei Tagen würde sie zur Hölle fahren. Kurz darauf ereignet sich Merkwürdiges.

Kult-Regisseur Sam Raimi (Spider-Man 1–3, Tanz der Teufel) feiert sein Horrorcomeback! «Drag me to hell» ist eine schockierende Höllenfahrt im klassischen Stil (d.h. keine Folterszenen, abgetrennte Körperteile oder literweise Blut), die durch Atmosphäre, einige gut platzierte Schockeffekte und eine bis zum (bitteren) Ende konsequente Geschichte zu überzeugen vermag.

«All the boys love Mandy Lane».
Die ungekrönte High School Königin Mandy Lane macht es den Jungs nicht gerade einfach und lässt kaum einen an sich heran. Auf der Ranch-Party ihrer Freunde Chloe und Red soll sich das jedoch ändern, da sie die Jungs mit Hilfe von Alkohol und Drogen gefügig machen wollen. Doch als die Party ihrem Höhepunkt entgegen geht, kippt die ausgelassene Stimmung plötzlich. Ein übler Schlitzer geht um…

Typischer amerikanischer Teenie-Slasher mit schönen Jugendlichen, viel Party, ohne grosse Spannung aber einem doch ziemlich überraschenden Schluss.

«The strangers».
Nach der Hochzeit eines Freundes wollen sich James und Kristen in die Einsamkeit ihres abgelegenen Sommerhauses zurückziehen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft müssen sie feststellen, dass sie nicht allein sind. Aus der Dunkelheit des Waldes tauchen maskierte Gestalten auf, die gewaltsam versuchen ins Haus einzudringen. Obwohl sie sich nicht erklären, wird schnell klar, dass ihre Absichten tödlich sind…

Die schöne Elfe Liv Tyler ist auch gleich der einzige Höhepunkt in diesem etwas krud und schlecht nachvollziehbaren Grusel-Thriller. Solide, aber nicht mehr.

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«The Expendables.»

14. November 2009 Von: Sandro Kategorie: Sehen 1 Kommentar →


Das dürfte der große Actionhit des nächsten Jahres werden. Sylvester Stallone führt in seinem neuen Film «The Expendables» alte Kinohelden wie sich selbst, Mickey Rourke oder Dolph Lundgren mit den Prügelstars der Neuzeit wie Jason Statham oder Jet Li zusammen. Nun sind auch noch Arnold der Gouvernator und Bruce Willis offiziell mit an Bord!

Sylvester Stallone, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger ballerten und schlugen sich bisher meist als Einzelkämpfer durch das Actionkino. In «The Expendables» soll sich dies nun ändern. Der Rocky- und Rambo-Darsteller bestätigte, dass Willis und Schwarzenegger nicht nur kurz zu sehen sind, sondern dass die drei Schwergewichte der 80er-Blockbuster in einer ca. fünfminütigen Szene gemeinsam auftreten werden. Auch das weitere Casting lässt auf einen Böller de Luxe hoffen:

  • Mickey Rourke (The Wrestler; Sin City; Angel heart)
  • Dolph Lundgren (Universal Soldier; Rocky IV)
  • Eric Roberts (The Dark Knight; The Specialist)
  • Danny Trejo (From Dusk Till Dawn; Desperado; Planet Terror)
  • Jason Statham (Transporter 1–3; Lock, stock and two smoking barrels)
  • Jet Li (The One, Fearless).

Die Dreharbeiten zur 60-Millionen-Dollar schweren Produktion, deren Kinostart für Sommer 2010 geplant ist, fanden zum grossen Teil in Brasilien statt. Die Story handelt von einer Gruppe von Söldnern, die in Südamerika einen Diktator stürzen sollen. Und dabei wird es sicherlich schön brachial zur Sache gehen.

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Filme für Hartgesottene II.

27. February 2009 Von: Sandro Hofmann Kategorie: Sehen Noch keine Kommentare →

Aufgrund von einigen Feedbacks und Kommentaren auf meinen Beitrag vom 24. Januar «musste» ich mir weitere DVDs von schaurig-schönen Filmen ansehen. Hier deshalb eine Ergänzung meiner Rangliste:

Dead end (2003)
Familie Harrington fährt seit 25 Jahren am Heiligabend zu den Grosseltern. Doch in diesem Jahr wählt Vater Frank zum ersten Mal eine Abkürzung. Auf der stockfinsteren Strecke nehmen sie eine verstörte junge Frau mit einem Baby mit. Die Harringtons vermuten, dass sie nach einem Unfall unter Schock steht und versuchen, der Frau zu helfen. Als sie entdecken, dass das Baby tot ist, ist es bereits zu spät: Zuerst ringen sie mit Ihrem Verstand – dann kämpfen sie um ihr Leben!
Hier sind französische Regisseure in einer amerikanischen Produktion am Werk: ein finsterer Horrortrip, dessen dunkle Atmosphäre nur durch seinen noch schwärzeren Humor durchbrochen wird. Ob gewollt oder nicht, hier darf auch gelacht werden. Und der Soundtrack von Greg de Belles ist erstklassig! Ausserdem: unbedingt den Abspann zu Ende schauen!

[Rec] (2007)
Fernsehmoderatorin Angela Vidal und ihr Kameramann Pablo wollen eigentlich nur eine Nacht lang den Alltag der Männer einer Feuerwache dokumentieren. So denken sie sich nichts weiter, als die Feuerwehrmänner zu einem Routine-Einsatz in ein altes Mietshaus gerufen werden, wo sie der Polizei die Tür zu einer Wohnung öffnen sollen. Doch dann werden sie dort von einer blutverschmierten Frau angegriffen, ein Polizist wird schwer verletzt. Flucht ist nicht mehr möglich, denn mittlerweile hat die Polizei das Gebäude unter Quarantäne gestellt und weiträumig abgesperrt. Fernsehteam, Beamte, Feuerwehrmänner und Mieter sind gefangen in dem Haus.
Intensiver spanischer Schocker in Reality-TV-Format, mit Handkamera verwackelt gedreht, so dass man das Gefühl hat, mitten drin zu sein… Schön konsequent bis zum bitteren Ende.

A l’intérieur (2007)
Und nochmals die Franzosen: Superber Schocker, der von einer unglaublich düsteren Atmosphäre und tollen Schauspielerinnen lebt (u.a. Frankreichs ewige Femme fatale Béatrice Dalle). Allerdings eine ziemlich blutige Sache…
In der Schweiz als «Inside» und Uncut mit 79 Minuten Laufzeit erhältlich.

Ruins (2008)
Genial inszenierter Psycho-Horror-Trip der anderen Art. Das meiste spielt sich hier auf einer Maya-Pyramide ab, am hellichten Tage unter der Sonne. Und wer meint, hier könne man sich nicht gruseln, der irrt. Der Film beginnt im typischen Teenie-08/15-Muster mit Party und schönen jungen DarstellerInnen. Doch schon bald merkt man, dass mehr in dieser Überraschung steckt…

The cell (2000)
Eigentlich ausser Konkurrenz läuft dieser Thriller, den ich bei dieser Gelegenheit wiederentdeckt habe. Eine Starbesetzung (neben «Out of sight» wohl die einzig gute Rolle für Jennifer Lopez) und tolle Bilder aus den bizarren Fantasiewelten der Hauptdarsteller machen diese eher klassische Geschichte eines Serienmörders zu einem Augenschmaus.

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«The Last Blast.»

10. February 2009 Von: Sandro Hofmann Kategorie: Sehen 3 Kommentare →


Am 20. Februar erscheint die DVD zum schon heute Kultstatus geniessenden Film von Sohm Offös mit der grandiosen Mimie LaGrande, Rab Reilly und Heinz Hoenig in den Hauptrollen. Im vergangenen September hatte ich das Glück, an einer der wenigen Aufführungen im Lichtspiel in Bern grosses Schweizer Kino bewundern zu dürfen.

Nämlich die atemberaubende Geschichte des Berner Punkmädchens Helenka, das sich mit seinem Hippievater Eddie und dessen todgeweihtem Kumpel Grips aufmacht, auf einer echten Harley Davidson Shovelhead und einer Norton Combat Commando durch die unergründlichen Weiten Arizonas, Kaliforniens und Nevadas zu brettern. Die Reise endet mitten im Burning-Man-Festival, dem Stelldichein der verrücktesten Performer und Outlaws, die diese Welt zu bieten hat (und wo der Film 2007 auch seine Weltpremiere feiern konnte). Der passende Soundtrack stammt von legendären Bands der Stunde (unter anderem Krokus, Knuckledust, Extrem Normal und die unvergleichlichen Cowpunks).

Für Biker, Fans von Roadmovies und schrägen Figuren sowie toller Rockmusik ist «The Last Blast» ein Muss. Es handelt sich dabei garantiert nicht um eines der von Nicolas Bideau zur Referenz erklärten Aushängeschilder der helvetischen Filmbranche. Dieser Film wurde vielmehr von einer Handvoll Verrückten, Punks und Nonkonformisten unabhängig produziert. Ein roher, mit viel Herzblut gemachter Streifen, der völlig quer in der Schweizer Filmlandschaft steht und ein Vergnügen der wild-donnernden Art bietet.

 

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Filme für Hartgesottene.

24. January 2009 Von: Sandro Hofmann Kategorie: Sehen 3 Kommentare →

Das Horror- und Psycho-Genre erlebt im Kino seit geraumer Zeit eine wahre Renaissance. Spätestens mit «Saw» (2004) und «Hostel» (2005) entstanden neue Klassiker, die das Genre revolutionierten. Ich habe mir in den vergangenen Wochen einige DVDs angeschaut, die einem so richtig das Gruseln beibringen und wohlige Schauer des Entsetzens über den Rücken jagen. Hier eine persönliche Rangliste:

Haute tension (2003)
Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Fremder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht.

Unglaublich spannender französischer Thriller, mit einer beklemmenden Atmosphäre und einigen ziemlich krassen Szenen. Vor allem bietet er eine extrem verblüffende Schlusspointe (à la «Fight club», «The sixth sense» oder eben «Saw») , die einem dazu zwingt, den Film nochmals durchzudenken oder gleich nochmals anzuschauen.

El Orfanato (2008)
In dem titelgebenden spanischen Waisenhaus geschahen zu Zeiten Francos allerlei schreckliche Dinge. Nun will die tatkräftige Laura das Heim, den Ort ihrer Jugend, wiedereröffnen, um so unter anderem Spielkameraden für ihren sensiblen Sohn zu finden. Dieser findet auch schnell Anschluss. Allerdings bleibt zunächst fraglich, ob es sich dabei um reale Kinder oder eher um übernatürliche Wesen handelt.

Fängt an wie ein Thriller, kommt mit einer Prise Horror und endet in einem schönen Märchen.

Frontière(s) (2007)
Nach einem missglückten Banküberfall in Paris flieht die schwangere Yasmina und ihre Gang von Kleinkriminellen vor der Polizei. Sie landen in einem schäbigen Gasthaus im Niemandsland nahe der belgischen Grenze. Doch anstelle von Rettung erwartet sie in der Absteige die Hölle auf Erden!

Noch ein französischer Film, präsentiert von Luc Besson: gilt als Genre-Hit allererster Klasse – schnell, wild, mitreissend, brutal… Für Splatter-Fans: Unbedingt den um 7 Minuten längeren «Unrated Director’s Cut» reinziehen!

Saw IV (2008)
Was 2004 als kleiner Independent-Film auf dem Sundance Film Festival begann, entwickelte sich in nur wenigen Jahren zu einer der erfolgreichsten Horror-Reihen aller Zeiten. Inzwischen hat der Puzzlemörder mit der fragwürdigen Moral Kultstatus erreicht. Hier geht die Geschichte von Jigsaw weiter, zum Glück wieder spannender als in den Teilen 2 und 3, ans Original kommt aber auch der 4. Teil nicht ran. Teil 5 läuft jetzt im Kino.

Shutter – Sie sehen dich (2008)
Remake eines thailändischen Horrorfilms um ein junges Paar und Geisterfotos. Ganz ansprechend in Szene gesetzt, recht spannend, aber schlussendlich doch etwas uninspiriert. Das Original soll um Längen besser sein, ich habs mir erspart…

 

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