sansibar

Designer für Lebenskultur

Bonaparte im Dachstock.

23. March 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen Noch keine Kommentare →

bonaparte

Am Mittwoch, 25. März spielt die Berliner Zirkusband Bonaparte im Dachstock der Reitschule. Schweiss wird von den Wänden tropfen, Menschen mit Dreispitz-Papierhüten «Anti Anti!» rufen, Mädchen sich beim Stagediving blaue Flecken zuziehen, Tänzerinnen den burlesquen Beinaufschlag üben, eine maskierte, halbnackte Band mit teuflischer Dringlichkeit spielen, alles unter Strom stehen, die Revolution ausbrechen. Kurz: «Do you want to party with the Bonaparte?»

Ende 2006 in Barcelona als Idee geboren und in Berlin grossgezogen, entwickelte sich die Hedonistentruppe um den Schweizer Vagabunden Tobias Jundt (alias Signorino TJ) zu einem der angesagtesten Geheimtipps des Berliner Underground, spielte von Neuseeland bis zum altehrwürdigen Montreux Jazz Festival, von der illegalen Party unterm Alexanderplatz bis zur Afterhour am Technorave oder auch mal für Quentin Tarantino persönlich. Bonaparte erobert und bricht nach alter Manier Herzen und Hüften – dank energetischem Elektropunk mit einer ordentlichen Prise Verrücktheit.

 

Lauwarmes Gurtenfestival 2009.

18. March 2009 Von: Sandro Kategorie: Hören, Sehen 1 Kommentar →

Nachdem die Ankündigung der ersten Headliner des Gurtenfestivals noch für Begeisterung sorgte, kehrt mit der Präsentation des (fast) kompletten diesjährigen Programms wieder Ernüchterung ein: Die Gallaghers können von mir aus ruhig in England weiter pöbeln. Patent Ochsner zum zweihundersten Male? Wie originell… ausserdem sind sie, wie übrigens auch Soulman Seven, in der kommenden Woche schon im Bierhübeli zu hören. Die Lovebugs kann man nach ihrem Eurovision-Song-Contest-Abenteuer eh nicht mehr ernst nehmen und Tricky ist ebenfalls ein mehrfacher Wiederholungstäter, auf den wohl niemand gewartet hat.

Immerhin, Röyksopp kehren nach ihrem unvergessenen Auftritt auf der Zeltbühne im Jahr 2003 auf den Gurten zurück, und mit den vom 80er New Wave beeinflussten White Lies und den irischen The Script konnten vielleicht zwei künftige Rockgötter verpflichtet werden. Und Phenomden, der Mundart-Reggae-Sänger aus Züri, wird zusammen mit seiner Live-Band The Scrucialists bestimmt die Sonne aufgehen lassen.

Aber wo bleiben die wirklich heissen Acts wie z.B. The Ting Things oder The Whip (beide auf deutschen Festivals zu bewundern), die kunterbunte Berliner Zirkusband Bonaparte (mit dem Schweizer Tobias Jundt alias Signorino TJ), die australischen Empire Of The Sun mit dem kommenden Sommerhit «Walking on a dream», die dänischen Discorocker WhoMadeWho, deren neues Album «The Plot» am Freitag erscheint, die Neuseeländerin Ladyhawke mit dem Heuler «Paris is burning», das englische Synthiepop-Duo La Roux oder die Berner Indierocker Monorev?

Verpassen Philippe Cornu und «sein» Festival jetzt endgültig den Anschluss? Und was soll meine Wenigkeit da tun? Den Boykott verlängern oder wenigstens am Donnerstag (spät) und am Sonntag abends auf den Berg pilgern? Hmmmm…