Was gibt es Schöneres in diesen kalten Tagen, als es sich schön kuschelig und gemütlich vor der Flimmerkiste zu machen und wieder einmal einen guten Film reinzuziehen? «Passend» dazu hier ein paar Vorschläge:
«The midnight meat train».
Der Fotograf Leon Kaufman ist besessen von der Idee, das wahre Leben der Millionenstadt New York abzubilden. Bei seiner Suche nach dem perfekten Motiv stösst er auf die blutige Spur eines unaufhaltbaren Serienmörders, der nächtliche U-Bahnfahrgäste stumm und gnadenlos abschlachtet, als wären sie Vieh. Für wen – oder was – bereitet er seine hilflosen Opfer zu? Auf Leon strahlt der bestialische Killer eine seltsame Faszination aus, die ihn immer tiefer in die endlosen Tunnel der New Yorker U-Bahn lockt – und schliesslich in einen Abgrund, in dem etwas Teuflisches auf ihn lauert…
Wirklich toller, z.T. ziemlich blutiger Horrorfilm mit einer originellen Handlung, cooler Bildsprache und einem kleinen Staraufgebot an Schauspielern (Vinne Jones, Bradley Cooper, Brooke Shields etc.), nach einer Kurzgeschichte von Altmeister Clive Barker («Hellraiser»).
«Martyrs».
Ein zehnjähriges Mädchen entweicht aus einem Kellerverlies nach Jahren der Gefangenschaft, Entwürdigung und Folter. Unfähig oder -willig, Sachdienliches zur Ermittlung ihrer Peiniger beizutragen, wächst sie in einem Waisenhaus heran und öffnet sich allein einer Zimmerkameradin. 15 Jahre nach ihrer Befreiung sucht sie als junge Frau nach Rache und Antworten und stattet einer scheinbar normalen vierköpfigen Vorstadtfamilie einen Besuch mit der Schrotflinte ab.
Eindrücklicher französischer Film, wohl das verstörendste Stück Filmgeschichte, das ich je gesehen habe. Gelungene Mischung aus Jugenddrama und Psychothriller, gewürzt mit ein paar Horrorelementen. Aber nichts für Splatterfans, und schon gar nichts für schwache Nerven!
«Let the right one in».
Der zwölfjährige Oskar lebt in einer grauen Betonsiedlung Kopenhagens. Der schmale Junge wird von Mitschülern ständig drangsaliert, wehrt sich aber nicht. Da trifft er nach Sonnenuntergang auf dem Spielplatz die gleichaltrige Eli. Langsam freundet er sich mit dem seltsamen Mädchen an und entdeckt, dass sie ein Vampir ist. Sie lehrt ihn, sich zu verteidigen, zurückzuschlagen. Bald herrschen im Viertel Angst und Schrecken…
Vampire einmal anders (nix da mit Twilight-Romantik!): schön wie Bluttropfen im Schnee und grausam, wie es nur Kinder sein können. Ein Muss für jeden Cineasten!
«Eden lake».
Die jungen Eheleute Jenny und Steve fahren mit dem Geländewagen hinaus ins Grüne, um beim Camping am See die Seele baumeln zu lassen. Nebenan feiert die örtliche Jugendclique aus dem Dorf und will sich nicht vorschreiben lassen, wie laut sie den Ghettoblaster aufdreht. Es kommt zu Wortgefechten, Pöbeleien, ein Reifen wird zerstochen. Steve fühlt sich persönlich herausgefordert, stellt den Übeltätern nach, und lässt die Situation vollends eskalieren. Jetzt müssen er und Jenny ums nackte Überleben kämpfen.
Erstaunlich fieser und harter englischer Thriller. So vehement düster und abgebrüht hat ein Film selten aktuelle soziale Missstände in eine Geschichte verpackt.
«Drag me to hell».
Die Bankangestellte Christine Brown ist eine gute Seele, was sich als nachteilig erweist, wenn es um die kritische Vergabe von Krediten geht. Zumindest wird sie von ihrem Chef Mr. Jacks gedrängt, härter mit den Kunden umzugehen. Weshalb Christine entgegen ihrer eigentlichen Überzeugung einer alten Zigeunerin trotz ihres Flehens und Bettelns ein Darlehen verweigert. Die Zigeunerin reagiert mit Hass und schwört Christine, in drei Tagen würde sie zur Hölle fahren. Kurz darauf ereignet sich Merkwürdiges.
Kult-Regisseur Sam Raimi (Spider-Man 1–3, Tanz der Teufel) feiert sein Horrorcomeback! «Drag me to hell» ist eine schockierende Höllenfahrt im klassischen Stil (d.h. keine Folterszenen, abgetrennte Körperteile oder literweise Blut), die durch Atmosphäre, einige gut platzierte Schockeffekte und eine bis zum (bitteren) Ende konsequente Geschichte zu überzeugen vermag.
«All the boys love Mandy Lane».
Die ungekrönte High School Königin Mandy Lane macht es den Jungs nicht gerade einfach und lässt kaum einen an sich heran. Auf der Ranch-Party ihrer Freunde Chloe und Red soll sich das jedoch ändern, da sie die Jungs mit Hilfe von Alkohol und Drogen gefügig machen wollen. Doch als die Party ihrem Höhepunkt entgegen geht, kippt die ausgelassene Stimmung plötzlich. Ein übler Schlitzer geht um…
Typischer amerikanischer Teenie-Slasher mit schönen Jugendlichen, viel Party, ohne grosse Spannung aber einem doch ziemlich überraschenden Schluss.
«The strangers».
Nach der Hochzeit eines Freundes wollen sich James und Kristen in die Einsamkeit ihres abgelegenen Sommerhauses zurückziehen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft müssen sie feststellen, dass sie nicht allein sind. Aus der Dunkelheit des Waldes tauchen maskierte Gestalten auf, die gewaltsam versuchen ins Haus einzudringen. Obwohl sie sich nicht erklären, wird schnell klar, dass ihre Absichten tödlich sind…
Die schöne Elfe Liv Tyler ist auch gleich der einzige Höhepunkt in diesem etwas krud und schlecht nachvollziehbaren Grusel-Thriller. Solide, aber nicht mehr.