Oh yeah, diese Gitarre dürfte tatsächlich glühen am Montreux Jazz Festival, und zwar jeden Abend vom 13. bis 15. Juli 2013. Nach seinen viel bejubelten Gastspielen 2007 und 2009 wird Prince – und natürlich nicht Jimi Hendrix – dieses Jahr das Auditorium Stravinsky nämlich gleich 3 Mal zum Beben bringen.
Noch vor kurzer Zeit habe ich mich vehement gegen das Fasten ausgesprochen und noch heute erinnere ich mich bestens daran, welch intensive Diskussionen das Thema «Ernährung» in meiner Yoga-Ausbildung ausgelöst hat. Da prallen fundamentalistische Einstellungen aufeinander, denn in der heutigen Zeit ist ja jeder ein Ernährungsexperte.
Diesen Frühling habe ich mich dank professioneller und liebevoller Unterstützung von Sigrid Eikl (Ernährungsberaterin und Shiatsu-Therapeutin) und Alexandra Frei (Yogalehrerin, Inhaberin Yogamarket) ans Thema gewagt. Zusammen mit 20 weitern entschlossenen Yoginis stürzte ich mich ins Abenteuer. Eine Woche ohne Milchprodukte, Alkohol, Brot, weissen Zucker und Fleisch, 3 Tage Salate, Gemüse, Kartoffeln, 5 Tage ohne Essen. Allesamt ein vielseitiges Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Die ersten Tage sind schwierig, ab dem 2. Vollfasten-Tag geht’s einfacher. Die Energien fliegen hoch, die Sinne sind geschärft. Emotional habe ich mehr erwartet, aber um Erleuchtung zu erlangen, bedarf es eben doch einer längeren Zeit des Fastens oder der Lichtnahrung
Bald schon geht’s wieder ab in die volleren Sphären der Kulinarik. Sanft aber stetig. Ich freue mich!
Fast, aber nur fast wäre mein 2012 ein Schweizer Jahr in der Musik geworden. Nachdem aber Stephan Eichers «L’Envolée» im Vergleich zur grandiosen Single «Le Sourire» doch etwas abfiel und mich Züri West insbesondere mit der lahmen Live-Umsetzung von «Göteborg» nicht zu überzeugen vermochten, blieb als strahlende Siegerin einzig die wunderbare Sophie Hunger übrig.
Sophie Hunger: The Danger Of Light
Meine Güte, Sophie, wo soll das noch hinführen? Ich bin (einmal mehr) überwältigt von deiner eigenwilligen Mischung aus Jazz, Folk-Pop, Indie-Rock und Chanson, deine Texte berühren mich zutiefst. Ein (Doppel-) Album zum richtig Zuhören! Dabei hast Du noch nicht mal deine besten Songs draufgepackt… Zum Glück durfte ich «Speech», das immer noch einer offiziellen Aufnahme harrt, am fantastischen Konzert vom 14.12. im Kaufleuten als letzte Zugabe geniessen. Tipp: unbedingt die Deluxe Edition mit ganzen 6 Bonus Tracks zulegen.
Anspieltipps: Souldier, Can You See Me?, My Oh My II.
Chromatics: Kill For Love
Mastermind, Produzent und DJ Johnny Jewel führt seine Chromatics aus dem Indie-Club direkt in die Italo-Disco, wo die Kugel heller denn je strahlt. In Watte gepackt schwebt man davon… Ein Monolith von einem Album, das mit jedem Mal hören noch besser wird!
Anspieltipps: Into The Black, Back From The Grave, These Streets Will Never Look The Same.
Vintage Trouble: The Bomb Shelter Sessions
Dem Charme dieser kalifornischen Band muss man einfach erliegen. Unvergessen der fantastische, fast 2 1/2 Stunden lange Auftritt anlässlich der Late Night Show des Blue Balls Festivals im letzten Sommer. Und auch auf CD animiert der bodenständige Rock’n'Roll mit einer grossen Portion Soul und Blues zum Mittanzen.
Anspieltipps: Blues Hand Me Down, You Better Believe It, Nobody Told Me.
D-A-D: DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK
Spät im 2011 kamen die alten Dänen mit dieser knackigen Sammlung launiger Hymnen an der Schnittstelle zwischen Rock’n'Roll, Metal, Punk und Country daher, die sich seither hartnäckig auf meinem iPhone behauptet. Ein untrügliches Zeichen für eine CD des Jahres!
Anspieltipps: I Want What She’s Got, Breaking Them Heart By Heart, Drag Me To The Curb.
Baroness: Yellow/Green
Ist das noch Metal? Wie damals bei Metallicas «Black Album» war der Aufschrei unter Puristen gross, als John Baizley und seine Mannen dieses epische Doppelalbum veröffentlichten: Von Abkehr vom Metal und Ausverkauf war die Rede. Dabei haben Baroness nichts anderes getan, als ihr immenses Potenzial perfekt in dieses (bisherige) Meisterwerk zu giessen.
Anspieltipps: Take My Bones Away, March To The Sea, Eula.
Graveyard: Lights Out
Das haarige schwedische Quartett hat am Erfolgsrezept seines Zweitlings «Hisingen Blues» (zum Glück) nichts geändert und präsentiert auf dem Nachfolger erneut seine fulminante Mischung aus Hard-, Blues- und Psychedelic-Rock.
Anspieltipps: Endless Night, Hard Times Lovin’, Goliath.
Rival Sons: Head Down
Die Rival Sons setzten ihren Siegeszug auch 2012 fort. Dank ausgiebigem Touren spielten sie sich in zahlreiche Herzen dies- und jenseits des Atlantiks. Und mit diesem neuen Album fanden sie auch verstärkt zu einem eigenen Stil – mit noch mehr Soul und einer neuen psychedelischen Note. Wer weiss, vielleicht geht meine Prophezeiung von wegen Schweizer Festivalauftritten der vier Kalifornier mit einem Jahr Verspätung doch noch in Erfüllung (Wink mit dem Zaunpfahl ans Gurtenfestival…).
Anspieltipps: Keep On Swinging, Until The Sun Comes Up, All The Way.
Parov Stelar Band: The Princess
Der österreichische DJ und Produzent gilt als Pionier des aktuell ungemein erfolgreichen Electro-Swings. Mit diesem Doppelalbum setzte er sich die Krone des Genres auf und krönte diese Leistung mit einem rauschenden Auftritt am Gurtenfestival.
Anspieltipps: Nobody’s Fool, The Princess, Jimmy’s Gang.
Lianne La Havas: Is Your Love Big Enough?
Die junge Sängerin aus London wurde von der BBC zu Recht auf deren «Sound of 2012»-Liste geführt. Ihr Debutalbum mit soulig-folkigen Songs hat auch mich auf Anhieb überzeugt. Eine wunderschöne Stimme, tolles Songwriting, in angenehm zurückhaltender Art vorgetragen. Hier deutet viel auf den Beginn einer aufregenden Affaire hin.
Anspieltipps: No Room For Doubt, Lost & Found, Au Cinéma.
Frank Ocean: channel ORANGE
Keiner liess im vergangenen Jahr die Bässe schöner wummern, keiner spielte geschickter mit verschiedenen Stilen: Hip Hop, R&B, (Future-) Funk, eine Prise Trip Hop und natürlich viel Soul verschmelzen hier zum einem neuartigen Ganzen. Stimmlich gesegnet mit der Wärme von Stevie Wonder und der Zerbrechlichkeit von Marvin Gaye darf man Frank Ocean vielleicht gar als den Prince unserer Tage bezeichnen. Und gespannt sein, was da noch folgen mag.
Anspieltipps: Super Rich Kids, Crack Rock, Lost.
Playlist mit ausgewählten Clips der Top Ten
Wer Blues und/oder Soul mag, dem seien weiter die neuen Alben von Gary Clark Jr. (Blak And Blu) und Cody ChesnuTT (Landing On A Hundred) wärmstens ans Herz gelegt.
Die grossen Comebacks im Rock – The Cult (Choice Of Weapon), Kiss (Monster), Aerosmith (Music From Another Dimension!) und Soundgarden (King Animal) – fielen zwar allesamt solide, aber (leider) auch ohne grosse Überraschungen aus. Am Ersten wussten mich noch Soundgarden zu überzeugen, für die Top Ten reichte es angesichts der grossen Konkurrenz aber keinem dieser Dinosaurier.
Und da war da noch dieser Sixto Rodriguez. Der hatte zwischen 1970 und 1972 zwei mässig erfolgreiche Alben eingespielt und war seither verschollen. Dank dem Dokufilm «Searching For Sugar Man» lassen sich heute seine wunderbaren Folksongs wiederentdecken.
Seit Jahren sprachen wir davon, einmal nach Rom zu reisen. Jetzt endlich war es soweit: übers Neujahr gings mit SkyWork bequem ab Belp gen Süden, Alpenflug inbegriffen.
Wie wohl in keiner anderen Stadt lässt sich hier das Flanieren, Cappuccino trinken, Shoppen (Nuvolari als heisser Tipp für die Herren) und Sightseeing ideal verbinden. So nahmen wir denn die Villa Borghese, die spanische Treppe und den Trevi-Brunnen quasi im Vorbeigehen. Pantheon, Foro Romano und Collosseo bestaunten wir etwas ausführlicher. Und dem Vatikan würdigten wir gar einen halben Tag: der im Voraus gebuchte Rundgang erwies sich als absoluter Volltreffer. Die deutschsprachige Fremdenführerin schaffte es während dem Rundgang durch die Museen, die sixtinische Kappelle (wo wir nach deren kurzfristigen Schliessung für eine private Messe des Papstes schlussendlich als Erste eintreten durften) und den Petersdom spielend, Geschichte lebendig zu machen. So haben wir Religionsunterricht und Kunstgeschichte während der Schulzeit definitiv nie vermittelt erhalten. Welch eindrückliche Bauten, Bilder und Skulpturen!
Auch kulinarisch hat Rom erwartungsgemäss einiges zu bieten. Allerdings wird geraten, das Ristorante oder die Osteria seines Vertrauens sorgfältig zu wählen (der alte italienische Trick «möglichst versteckt und einfach eingerichtet» hat sich wieder einmal bewährt – aber selbstverständlich blieben auch wir nicht von der berühmt-berüchtigten Touristenfalle verschont: bei Fertig-Pizza für 30 Euronen verging uns definitiv der Appetit!): im historischen Zentrum wärmstens empfehlen können wir die Osteria del Pegno in einer kleinen Gasse zwischen Tiber und Piazza Navona, die Antica Enoteca in der Via delle Croce sowie mit Abstrichen (überteuertes, etwas lieblos präsentiertes Silvestermenü) die Osteria Romana di Simmi in einer Nebengasse hinter dem Campo dei Fiori. Ausgezeichnet getafelt haben wir auch im Aristocampo in Trastevere (nachdem das gesuchte Da Augusto geschlossen war, zog uns das folgende Schild an dessen Eingang an: «We are against war and tourist menu!») sowie im Caminetto und Chez Cocò, beide in Parioli gelegen.
Parioli? Genau, in diesem Viertel nördlich des historischen Viertels hinter der Villa Borghese haben wir logiert. Dank einem Internet-Schnäppchen konnten wir uns die Tower Lodge mit Terrasse in der Villa Duse leisten. Die (für Rom untypische) ruhige Lage, die tolle Aussicht auf die Feuerwerke an Silvester und die fantastischen morgendlichen Sonnenaufgänge haben uns für die etwas abgelegene Lage reichlich entschädigt.
Ach, man würde am liebsten gleich noch ein paar Tage anhängen… in diesem Sinne: Ci vediamo!
Früh morgens starteten wir Richtung Oberland und Lauterbrunnen, wo wir uns vor der Fahrt im Postauto auf die Isenfluh einen stärkenden Espresso gönnten. Die Luftseilbahn auf die Isenfluh durften wir alleine bedienen – dem Bahnaufseher war die Fahrt nach oben mit uns suspekt… was bestimmt nicht unserem Berner Charme zuzuschreiben war. Oben angekommen wurden wir durch sogenannte Monstertrottis in Versuchung geführt, die Talabfahrt sogleich unter zwei Räder zu nehmen. Doch der Tag war lang und die Wanderlust zu gross.
Zu Fuss machten wir uns sodann auf Richtung Chüebodmi und Sauslager. Die blühende Alpenflora zog uns immer wieder in ihren Bann und verlängerte die Wanderzeit um zahlreiche Mikro- und Makroaufnahmen. Mittagsrast gabs bei der Hütte am Eingang des Saustal – nicht zu verwechseln mit Saustall, denn rein war es hier alleweil. Weiter zog es uns Richtung Allmendhubel, stets mit prachtvollem Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau linkerhand und begrünten Alpen rechterhand. Nach einer kurzen Fahrt Richtung Mürren, gönnten wir uns ein kühles Blondes mit Blick auf den männlichen Felsen und genossen anschliessend die nostalgische Fahrt mit der Bahn nach Grütschalp und Mürren. Schliesslich lud uns der Bären in Wilderswil zu einem Rindsentrecôte und Walliser Sirah (die Berner Oberländer haben die edlen Tropfen noch nicht gleichermassen im Griff). Ein gebührender Abschluss eines harmonischen Wandertages mit Pa im Zauber der Verbundenheit miteinander und mit der Berner Natur.
Bereits im Vorfeld wurde uns dies mehrfach bestätigt. Hamburg ist eine heisse Stadt und die Tipps über Facebook waren denn auch zahlreich, was es in dieser Stadt zu tun, essen, sehen, unternehmen gilt. Wer früh bucht, gewinnt. So konnten wir uns 4 Nächte im Hotel Madison, welches perfekt gelegen ist, zu einem super «early bird» Preis leisten.
Shoppen und Plaudern. Oder war es Plaudern und Shoppen? Beides kann Frau prächtig im Schanzenviertel, einem sympathischen Quartier mit vielen Shops von jungen Designern in einer inspirierenden Vielfalt. Rund ums Rathaus geht es hanseanischer und gediegener zu mit Markenshops und Traditionsgeschäften. Auf die Strandperle mussten wir aus wettertechnischen Gründen verzichten, aber im 20up genossen wir die sensationelle Aussicht auf Hafen und Stadt. Den Hafen, die Speicherstadt und die eindrücklichen Containerschiffe besichtigten wir per Schiffsrundfahrt.
Essen kann man in Hamburg fast überall lecker. Wir haben uns einerseits für die spektakulärsten Sushi bei Henssler und Henssler nahe dem Fischmarkt (unbedingt besichtigen am Sonntag Morgen ab 6 Uhr) entschieden, andererseits für eine leckere Grillade in der Bullerei. Ein Besuch von St. Pauli ist ein Muss. Im Musical «Heisse Ecke» haben wir uns schiefgelacht und die Parodie auf die Reeperbahn im Anschluss gleich live erlebt. Im Club «Ego» tanzten wir uns bis in die Morgenstunden zu frechem Elektro die Füsse gänzlich müde.
Zum Abschluss gönnten wir uns zwei Tage am Timmendorfer Strand, logierten und dinierten im ländlichen Hotel Carsten direkt am Meer und verzogen uns bei Wind im Strandkorb – ein cleveres Designwunder.
Hamburg ist eine vielseitige, unglaublich grüne und moderne Stadt, die ich allen Städtegängern ans Herz lege. Bei Interesse melden. Die Tippliste ist lang. 4 Tage sind ein Minimum an Besichtigungszeit, ob mit bester Freundin, oder alleine unterwegs.